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Liebe UnterstützerInnen von Testbiotech,

Die Frage, ob Pflanzen, die mit neuen Gentechnikverfahren - wie beispielsweise der DNA-Schere CRISPR-CAS - verändert wurden, unter das Gentechnik-Gesetz fallen, oder nicht, ist heftig umstritten.

Geht es nach dem Willen der Industrie sollen solche Pflanzen schon bald ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung freigesetzt und angebaut werden. Einmal freigesetzt, könnten sich diese Pflanzen unkontrolliert in der Umwelt ausbreiten.

Über aktuelle Anfragen zur Bewertung derartiger Pflanzen hat im März 2017 die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) entschieden: Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Pflanzen nicht in jedem Fall dem Gentechnikgesetz unterliegen und bescheinigt einem der Antragssteller, dass seine Pflanzen keiner weiteren Zulassungsprüfung unterliegen. Anlass für dies Stellungnahme der ZKBS waren Anfragen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Das ZKBS-Votum steht im Widerspruch zu verschiedenen Rechtsgutachten und auch der Einschätzung des Bundesumweltministeriums, die besagen, dass entsprechende Pflanzen grundsätzlich einer Risikoprüfung unterzogen werden müssen.

Zugleich ist beim Europäischen Gerichtshof ein Verfahren anhängig, das sich mit genau der Frage befasst, wie derartige Pflanzen im Hinblick auf das geltende Recht zu bewerten sind. Testbiotech und andere Organisationen befürchten, dass BVL und ZKBS am Gericht vorbei Fakten schaffen. Denn das BVL entscheidet auch über Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Schließt sich die Behörde dem Votum der ZKBS an, können die mit neuen Gentechnikverfahren hergestellten Pflanzen ohne weitere Sicherheitsprüfung freigesetzt werden.

Der Druck der Gentechnik-Befürworter, Pflanzen, die mit neuen Gentechnikverfahren verändert werden, von der Gentechnik-Regulierung auszunehmen, ist enorm.
Auch Experten von Einrichtungen wie der Nationalen Akademie der Wissenschaften vertreten ähnliche Positionen wie die ZKBS. Hier zeigt sich ein grundsätzliches Problem: Die Forschungspolitik ist in Deutschland und der EU seit Jahrzehnten einseitig auf die Förderung der Gentechnik ausgerichtet. Dagegen gibt es für Forschung, die konsequent auf das Vorsorgeprinzip und den Schutz von Mensch und Umwelt ausgerichtet ist, kaum Anreize. In der Konsequenz fehlt daher innerhalb der Forschungslandschaft die notwendige wissenschaftliche Kontroverse, auf die die Gesellschaft angewiesen ist, um vernünftige Entscheidungen im Bezug auf Risikotechnologien treffen zu können. Und so gibt es zwar viele Wissenschaftler, die als Befürworter der Gentechnik eintreten, aber kaum kritische Forschungsansätze.
Für dieses Missverhältnis zugunsten der Förderung neuer Risikotechnologien bei gleichzeitiger Vernachlässigung industrie-unabhängiger Risikoforschung ist die Politik verantwortlich.

Beteiligen Sie sich deshalb an unserer aktuellen Mitmachaktion und fragen Sie Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka welche konkreten Initiativen Sie und ihre Partei in der nächsten Wahlperiode starten wollen, um die Macht der Konzerne zu beschränken und eine unabhängige und kritische Risikoforschung zu fördern! Eine vorgefertigte E-Mail können Sie hier verschicken.

Weitere Informationen zu unserem Projekt "Der Gentechnik Grenzen setzen!" finden Sie hier.








Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mirjam Schumm und das Testbiotech-Team

PS.: Am 4.4. können Sie im Rahmen eines Vortrags bei der GLS-Bank in München mit Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech, über die Risiken der Gentechnik diskutieren. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier


Wenn Sie diese E-Mail (an: ml.volk@gmx.net) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Testbiotech e.V.
Mirjam Schumm
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CEO: Dr. Christoph Then